Die Eisenacher Premiere am 12. Dezember 2009 wurde präsentiert von
Für das Ballett des Landestheaters entwirft der neue Ballettdirektor Andris Plucis die bekannte Geschichte um Shakespeares große Liebende neu.
Romeo und Julia, deren Familien seit Jahren einen unerbittlichen und blutigen Krieg austragen, können wegen der Fehde ihre eben entdeckte Liebe nicht offen leben. Die beiden Jugendlichen schaffen sich Freiräume für Begegnung und Zärtlichkeit, doch gegen den Hass ihrer Familien hat ihre Verbindung keine Chance. Durch eine Aneinanderreihung von Missverständnissen und Zufällen endet ihre Liebe tödlich.
Die Ballettmusik, die Sergej Prokofjew 1935/36 für das mächtige Bolschoi-Theater in Moskau schrieb, galt zunächst als untanzbar; erst im Dezember 1938 fand die Uraufführung in Brünn statt. Heute zählt die großartige Komposition, die sich durch eine meisterhafte Verbindung von melodischer Vielfalt und psychologischer Klarheit auszeichnet, zu einer der berühmtesten und weltweit meistgetanzten Ballettmusiken des 20. Jahrhunderts.
Plucis’ Antrittschoreographie für Eisenach versucht die Geschichte auf eine verständliche Art zu zeigen. Dabei wird weniger Wert auf eine sogenannte „Werktreue“ gelegt als vielmehr auf schlüssige Bilder, die der emotionalen Wucht der Geschichte gerecht werden. Trotz dieser „heutigen“ Sichtweise liegt der Ausgangspunkt der choreographischen Form im Klassischen, wenn auch gespickt mit vielen zeitgenössischen Elementen. Die durch die musikalisch äußerst vielschichtige Prokofjewsche Ballettmusik vorgegebene gesamte emotionale Bandbreite von derber Komik bis zu den verschiedensten Facetten der Liebe wird ausgeschöpft; dabei nimmt die Darstellung des Tragikomischen – das erschütternde Ende des zunächst unverfänglich beginnenden Liebesabenteuers beruht ja letztlich auf Zufällen, auf Missverständnissen, auch auf durchaus komischen Situationen – einen wichtigen Raum ein.