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Anja Lenßen als Iphigenie und Michael Jeske als Thoas © foto-ed. de

Zwischen Hoffen und Bangen, Anja Lenßen als Iphigenie © foto-ed. de

Unerbittlich, Lukas Spisser als Arkas © foto-ed. de

zerrüttet und verfolgt, Florian Beyer als Orest und Harald Schröpfer als Pylades  © foto-ed. de

Iphigenie auf Tauris

Johann Wolfgang von Goethe

Iphigenie sollte einst durch ihren Vater Agamemnon den Göttern geopfert werden, damit diese seinem Kriegszug gegen Troja gewogen seien. Doch die Göttin Diana rettete das Mädchen und brachte es nach Tauris. Seit vielen Jahren lebt Iphigenie nun dort als Priesterin der Göttin. Es gelang ihr, ein altes Gesetz, das den Tod eines jeden Fremden befahl, auszusetzen.

 

Als sie Thoas, den Herrscher dieser fremden Welt, der ihre Liebe fordert, abweist, führt dieser jenes alte Gesetz wieder ein und verurteilt zwei Gestrandete zum Tode. In einem erkennt die Priesterin ihren Bruder Orest; der andere ist dessen Gefährte Pylades. Gemeinsam entwerfen sie einen Plan, wie sie von Tauris und aus der Gefangenschaft ihrer blutigen Familiengeschichte entfliehen können: Sie wollen das Standbild der Diana rauben und nach Griechenland bringen, um so den Kreislauf von Schuld und Sühne zu durchbrechen.

 

Iphigenie jedoch gesteht Thoas die Wahrheit, offenbart ihm nicht nur ihre Herkunft aus dem fluchbeladenen Geschlecht der Atriden, sondern auch die des Bruders. In einer großzügigen Geste der Liebe und Vergebung lässt der König die Fremden in ihre Heimat ziehen.

 

"Verteufelt human" nannte Goethe seine „Iphigenie“. Seine idealistische Sicht des menschlichen Zusammenlebens stellt Fragen an unsere heutige Wirklichkeit, Fragen nach der Identität in der Fremde, nach Toleranz dem Anderen gegenüber. Haben Humanität und Idealismus heute noch eine Chance?

Regie: Murat Yeginer
Bühnenbild & Kostüme: Helge Ullmann
Dramaturgie: Dr. Dirk Olaf Hanke
Iphigenie: Anja Lenßen
Thoas: Michael Jeske
Arkas: Vivian Frey
Orest: Florian Beyer
Pylades: Harald Schröpfer