Eine kurze Geschichte des Landestheaters Eisenach

Stolz weihten die Eisenacher Bürger am 1. Januar 1879 ihr neues Theater ein. Die dafür nötigen Gelder waren jedoch nicht aus dem Stadtsäckel geflossen, sondern ein ortsansässiger Mäzen, der Bankier und Fabrikant Julius von Eichel-Streiber, machte der Stadt das Theater zum Geschenk.

Das klassizistische Gebäude bietet im Parkett und den zwei Rängen Platz für 501 Zuschauer. Mit acht Metern Portalbreite und 13 Metern Tiefe verfügte das Haus für die damalige Zeit über hervorragende technische Voraussetzungen und wurde inzwischen mehrfach auf einen aktuellen Standard gebracht, ohne dabei den Baustil zu beschädigen.

Beim Blick in die Theaterchroniken begegnet man einer Vielzahl hervorragender Künstler, die das Eisenacher Kultur- und Geistesleben maßgeblich geprägt haben - darunter auch weltbekannte Stars wie Zarah Leander, Asta Nielsen, Adele Sandrock, Henny Porten oder Eduard von Winterstein.
Ein Auf- und Ab des künstlerischen Anspruchs und der ökonomischen Möglichkeiten prägte das Gesicht des Hauses, das nicht immer über ein eigenes Ensemble verfügte, sondern häufig an Privatunternehmer verpachtet war.
Nach der kriegsbedingten Schließung erfolgte bereits im August 1945 die Wiedereröffnung. Auf Beschluss der Thüringer Landesregierung wurde 1952 das Theater zum „Landestheater" erhoben und erhielt ein eigenes Drei-Sparten-Ensemble, bestehend aus Schauspiel, Musiktheater und Ballett. Dem wurde im selben Jahr die Landeskapelle Eisenach angegliedert, die aus der Schlesischen Philharmonie Breslau hervorgegangen war. Diese Theaterstruktur hatte jahrzehntelang Bestand.

1995 wurde das Landestheater mit dem Theater Rudolstadt fusioniert. 2003 wird diese "Theaterehe" wieder aufgelöst, und es beginnt eine Zusammenarbeit mit dem Südthüringischen Staatstheater Meiningen. Gastspiele werden ausgetauscht und erfolgreiche Koproduktionen entstehen.

 

Mit Beginn der Spielzeit 2005/2006 gelingt es der Theaterleitung, eine neue Kinder- und Jugendtheatersparte - das „Junge Schauspiel Eisenach" - zu gründen.

2008 wird das Ballett-Ensemble auf 16 Tänzer vergrößert, und das Land Thüringen bewilligt die Vergrößerung des Ballettsaals. In einer neuen Theaterstruktur für Südthüringen bespielt das Südthüringische Staatstheater Meiningen das Haus nicht mehr nur mit Schauspiel, sondern nun auch mit Musiktheater. Die Landeskapelle Eisenach bildet einen Schwerpunkt im Bereich Musical und Ballett. Um das Bestehen des Theaters langfristig zu sichern, wird das Landestheater Eisenach mit Wirkung vom 1. Januar 2009 in die „Kulturstiftung Meiningen-Eisenach" überführt.  

Im Repertoire werden am Landestheater Eisenach die Sparten Oper, Operette, Musical, Ballett/Tanztheater, Schauspiel, Jugend- und Kindertheater, Puppentheater und Sinfoniekonzerte angeboten.