In Kooperation mit dem Lokalen Aktionsplan "Vielfalt tut gut" Eisenach / Wutha Farnroda
In der Nacht zum 13. Juli 2002 wird der sechzehnjährige Marinus Schöberl in einem brandenburgischen Dorf von drei Jugendlichen grausam misshandelt und anschließend brutal umgebracht. Obwohl es Zeugen und Mitwisser gibt, bleibt die Tat monatelang unentdeckt. Als sie schließlich doch noch ans Licht kommt, stempeln Presse und Öffentlichkeit die Dorfbevölkerung als verrohte Gesellschaft ab, um sich zu distanzieren.
Der Autor und Psychologe Andres Veiel reist mit seiner Co-Autorin Gesine Schmidt in die Region und spricht mit den Angehörigen des Opfers, den Tätern, der Dorfbevölkerung. Aus den Antworten flechten sie ein eindrückliches Portrait der Tat und versuchen zu analysieren, wie es zu diesem furchtbaren Exzess von Gewalt gekommen ist. Dabei gibt er den Tätern eine Biographie, die Frage nach Schuld und Verantwortung wird damit neu aufgerollt.
In der Inszenierung des Landestheaters schlüpfen Schüler, Lehrer und Verwaltungsangestellte aus Eisenach, Meiningen, Bad Salzungen und Schmalkalden in die einzelnen Rollen; aus den vielen Monologen, die nebeneinander stehen und doch miteinander verflochten sind, entsteht das Psychogramm einer grausamen Tat.
Im Anschluss an die Aufführungen laden wir die Zuschauer zum Gespräch ein.
Die Vormittagsvorstellung am 27. Juni um 10 Uhr richtet sich konkret an Schulkassen (ab Jahrgangsstufe 7).